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Anliegen

Das Logo Lehre:Inklusiv mit dem Farbfeld "grau" für den Inhaltsbereich "Anliegen".

Bestimmte Fragen, wie sich die eigene Lehre inklusiver gestalten lässt, tauchen immer wieder auf. Sie finden eine Sammlung exemplarischer Anliegen, ähnlich einer FAQ-Liste. Zu jedem Anliegen finden Sie kurz und knackig hilfreiche Tipps und Anregungen, wie Sie Ihre Studierenden unterstützen können.

Wenn Sie sich Informationen zu einem weiteren Anliegen wünschen, das Ihnen im Hochschulalltag wiederholt begegnet, schreiben Sie uns gerne an: beeintraechtigt-studieren@uni-hamburg.de

Inklusive Lehre bedeutet zunächst einmal, dass die Studierenden unabhängig von den individuellen Voraussetzungen selbstbestimmt an Ihren Lehrveranstaltungen teilnehmen können. Im Idealfall wird Lehre von vornherein so vielfältig gestaltet, dass Wahlmöglichkeiten bestehen und möglichst viele Studierende ohne spezifische Anpassungen an Ihrem Lehrangebot teilhaben (z. B. barrierefreie Fachliteratur, Methodenvielfalt bei der Erarbeitung der Inhalte, barrierefreie Veranstaltungsräume…). Einerseits verdeutlichen die Beispiele, dass unterschiedliche Handlungsbedarfe bestehen (Lehr- und Lernmaterialien, Räumlichkeiten, Literatur, Personaleinsatz, Methodisch-didaktische Gestaltung der Lehrveranstaltung…). Andererseits zeigt sich, dass stets verschiedene Akteurinnen und Akteure für die die Umsetzung einer inklusiven Lehre erforderlich sind. Vertiefte Informationenen zu "Überblick inklusive Lehre".

Viele Studierende haben nicht-sichtbare Beeinträchtigungen. Dass Ihre Lehrveranstaltung von Studierenden mit spezifischen Bedarfen besucht wird, können Sie zunächst nur vermuten. Vertiefte Informationen zu Umgang vermutete Beeinträchtigung.

Die deutschlandweiten Studien zum Thema Studieren mit Beeinträchtigungen (best 1-3) zeigen, dass Studierende mit psychischen Erkrankungen anteilig deutlich häufiger als andere Studierende beeinträchtigungsbezogene Schwierigkeiten im Bereich Prüfungen und andere Leistungsnachweise angeben. Außerdem haben die Studierenden Schwierigkeiten mit der Studienorganisation, der Lehre und dem Lernen, zum Beispiel in Bezug auf Prüfungen, das Arbeitspensum oder die Anwesenheitspflicht. Soziale Interaktion und Kommunikation, beispielsweise mit Ihnen als Lehrperson, können ebenfalls ein Stressfaktor für die Betroffenen sein. Gleichzeitig werden digitale asynchrone Lehrangebote zum Teil als herausfordernd empfunden, weil es keine räumliche Trennung und Tagesstruktur gibt. Vertiefte Informationen zu Studierende psychische Erkrankungen.

Eine hörbeeinträchtigte Person möchte eine Höranlage in meinem Seminar nutzen. Vertiefte Informationen zu Anliegen FM-Technik.

Studierende wenden sich häufig an Lehrende und fragen nach einer individuellen Anpassung von Lehrveranstaltungs- und insbesondere von Prüfungsbedingungen, z. B. mehr Zeit für die Bearbeitung von Übungsaufgaben, Klausuren oder Hausarbeiten. Solche Anpassungen werden als „Nachteilsausgleiche“ bezeichnet. Sie können bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen gewährt werden, um chancengleiche Lehrveranstaltungs- und Prüfungsbedingungen im Einzelfall herzustellen. Insbesondere für die individuelle Anpassung von Prüfungsbedingungen müssen Studierende in der Regel einen Antrag an den zuständigen Prüfungsausschuss stellen. Vertiefte Informationen zu Nachteilsausgleichen.

Barrierefrei sind Materialien nach Definition des Hamburgischen Behindertengleichstellungsgesetzes, wenn sie für Menschen mit Behinderung gleichberechtigt nutzbar sind. Um die gleichberechtigte Teilnahme am Studium zu ermöglichen, sind barrierefreie Materialien – insbesondere für Studierende mit Beeinträchtigungen – von essentieller Bedeutung. In Lehrveranstaltungen kommen ganz unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise Fachtexte, Skripte, Übungsaufgaben, Videos, Powerpoint-Präsentationen, Materialien im Learning-Management-System (z. B.: Übungsklausuren und Quizzes).

Bitte beachten Sie: Selbstverständlich sind Sie nicht allein dafür verantwortlich, dass die Studierenden mit barrierefreien Materialien ausgestattet sind. Die Versorgung der Studierenden mit barrierefreien Materialien hängt auch von weiteren Akteur:innen und Serviceangeboten auf dem Campus ab. In den letzten Jahren kam es zu gesetzlichen Veränderungen, die sich auch auf den Hochschulbereich auswirken. Allerdings fehlen oftmals technische und personelle Ressourcen an den Hochschulen, um die barrierefreie Gestaltung von Materialien umzusetzen. Die Vernetzung mit Medienzentren (Rechenzentrum), Bibliotheken sowie der hochschulischen Verwaltung ist relevant, um die aktuellen Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende und Lehrende zu kennen. So erfahren Sie z. B., ob das Medienzentrum einen einführenden Text zur barrierefreien Umsetzung eines Lernkurses in OpenOlat zur Verfügung stellt. Darüber hinaus ist es möglich, dass alle Lehrende:n einen Beitrag zur Verbesserung des barrierefreien Zugangs zu Materialien leisten können (auch wenn verschiedene Abhängigkeiten von weiteren Akteur:innen bestehen). Vertiefte Informationen zu barrierefreien Lehrmaterialien.

Der Umfang an digitalen Angeboten in der Hochschullehre hat insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Zwar gilt die Präsenzlehre wieder als Standardformat an den staatlichen Hamburger Hochschulen. Es ist aber zu erwarten, dass auch langfristig vermehrt digitale Lehrformate zum Einsatz kommen.

Dabei geht man häufig davon aus, dass digitale Formate für alle Studierenden barrierefreier sind. Die flexible Auswahl des Lernorts, die (individuelle) Anpassung des Lernorts an die eigenen Bedarfe sowie (teilweise) auch zeitunabhängiges Arbeiten suggerieren dies. Es ist jedoch zu beachten, dass sich bei digitalen Formaten neue Herausforderungen ergeben, die von Ihnen als Lehrende mitgedacht werden sollten. Vertiefte Informationen zu "barrierefreien digitalen Veranstaltungen".

Die Studierenden müssen sich in neue Themen einarbeiten, an einer Gruppenarbeit im Seminar teilnehmen oder eine Hausarbeit anfertigen. Bei all diesen Tätigkeiten ist der Zugang zu Fachliteratur von essentieller Bedeutung. Tagtäglich sind Studierende auf Fachliteratur angewiesen, um bestmöglich am Studium teilhaben zu können. Trotz der gesetzlichen Regelungen ist der Zugang zu barrierefreier Fachliteratur für Studierende mit spezifischen Bedarfen nicht selbstverständlich und eine spezifische Anpassung (also die Übertragung in ein barrierefreies Format) ist erforderlich. In den letzten Jahren hat die Verfügbarkeit von digitaler Fachliteratur an den Hochschulstandorten zugenommen. Jedoch ist hierbei zu beachten, dass digitale Verfügbarkeit keinesfalls mit barrierefreier Gestaltung gleichzusetzen ist. Vertiefte Informationen zu barrierefreier Fachliteratur.

Autor:innen: Susanne Peschke, Marie-Luise Schütt